
Hz. Mevlana Seminar
Der Sabah Ülkesi Kunst- und Kulturverein veranstaltete nach dem Vortrag von Ahmet Aydın über Goethe eine weitere Veranstaltung, die dem bedeutenden persischen Sufi-Gelehrten Mevlana gewidmet war. In zwei Sitzungen wurden Mevlana Celaleddin Rumi sowie die ersten achtzehn Verse des „Mesnevi“ behandelt. Dr. Selman Dilek, Dozent an der Ibn Haldun Universität, war als Referent eingeladen.
Die erste Sitzung fand am Mittwoch, den 13. Dezember 2023, und die zweite am Sonntag, den 17. Dezember 2023, im Unterrichtsraum des Sabah Ülkesi Kunst- und Kulturvereins statt. Den Teilnehmern wurde die Möglichkeit zur digitalen sowie zur persönlichen Teilnahme geboten.
In seiner Begrüßungsrede betonte Ünal Ünalan, Vorsitzender des Sabah Ülkesi Kunst- und Kulturvereins, die herausragende Rolle, die Mevlana in unserem Kulturverständnis und unseren Werten spielt. Er erklärte, dass die „Mesnevi“, das bekannteste Werk von Mevlana, eine bedeutende Quelle ist, die inspiriert und nährt. Ünal Ünalan dankte den Anwesenden für ihr zahlreiches Erscheinen.
Der 17. Dezember, der Todestag von Mevlana, wird als „Şeb-i Aruz“ bezeichnet, was „die Nacht der Vereinigung mit dem Geliebten“ bedeutet. Celaleddin Rumi, der am 17. Dezember 1273 in Konya verstarb, zählt zu den einflussreichsten Persönlichkeiten des 13. Jahrhunderts. Der persischstämmige Gelehrte wanderte von seiner Geburtsstadt Balch nach Konya und wurde ein Vorreiter für Wissen, Weisheit und Liebe in Anatolien. Dr. Selman Dilek beschreibt Mevlana als einen Autor, dessen bekanntestes Werk, die „Mesnevi“, als eine Art Exegese des Heiligen Korans betrachtet werden kann. Dieses Werk besteht aus Verspaaren und stellt die genaue Niederschrift der Lehren Mevlanas durch seinen Schüler Hüsamettin Çelebi dar.
Die ersten Verse des Mesnevi:
Höre auf die Geschichte der Rohrflöte, wie sie sich über die Trennung beklagt:
„Seit ich aus dem Röhricht geschnitten wurde, hat meine Klage Mann und Frau zum Weinen gebracht.“
Die ersten achtzehn Verse, die für die Mevlevis von großer Bedeutung sind, befassen sich mit dem Ney. Die Schilfrohre, die in feuchten Gebieten wachsen, werden zu Ney geschnitten und seit Jahrhunderten als Instrument genutzt. Dr. Selman Dilek betonte die Bedeutung des Klangs und verglich den Laut des „Hu“ mit Feuer, Sehnsucht und einem Schrei.
Die Ney wirkt sowohl als Gift als auch als Gegengift für den Spieler und den Zuhörer. Der Prozess, bei dem das Schilfrohr zur Ney verarbeitet wird, wird als Analogie zur Entstehung eines vollendeten Menschen betrachtet. In seinem Vortrag hob Dilek hervor, dass Hören und Zuhören zu den zentralen Sinnen des Menschen gehören, und beleuchtete die Bedeutung der Begriffe „Ikra“ (lesen) und „Hören“ im gegebenen Kontext. In den Versen, in denen die Namen Allahs („Esma-ul Husna“) erwähnt werden, wird zuerst das Wort „Sami‘“ genannt. Auch die Mesnevi beginnt mit dem Wort „Bişnev“, was „Höre“ bedeutet.
Darüber hinaus ging Dilek auf den hohen semantischen Wert des Buchstabens „Ba“ im Sufismus ein. Es sei kein Zufall, dass die Basmala mit diesem Buchstaben beginnt. Der Punkt im Buchstaben „Ba“ repräsentiert in Arabisch, Persisch und Osmanisch-Türkisch die reinste und grundlegendste Form des Universums. In der Diskussion wurden auch wichtige Akzente auf die Konzepte göttlicher Liebe, Weisheit und Erkenntnis gelegt.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde eine Sonderausgabe der Mesnevi sowie weitere Werke mit symbolischer Bedeutung in der Mevlevi-Tradition vorgestellt. Zudem wurde ein Hüsn-i Hat Werk von Ünal Ünalan, das er zu diesem Anlass geschrieben hatte, ausgestellt.
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