
Hüsn-i Hat in Deutschland
In unserem Atelier in Köln bieten wir sowohl Präsenz- als auch Onlineunterricht in Hüsn-i Hat an. Der Unterricht findet wöchentlich statt und umfasst praktische Übungen nach dem Meşk-Verfahren.
Was ist Hüsn-i Hat
Der Begriff „Hat" bedeutet so viel wie „Schrift, Linie, Weg" und bezeichnet die Kunst, arabische Schrift ästhetisch und ansprechend zu gestalten. In klassischen Quellen wird Hüsn-i Hat auch als „geistige Geometrie, die mit physischen Werkzeugen geschaffen wird" beschrieben.
Die Entstehung und Entwicklung von Hüsn-i Hat
Die arabische Schrift entwickelte sich aus der phönizischen Schrift und manifestierte sich in zwei unterschiedlichen Stilen: der Nebat-Schrift im Nordarabien und der Region Hidschaz. Vor dem Islam wurden diese Schriften als Cezm und Meşk verwendet. Mit der Entstehung des Islams erlebte die Schrift eine bemerkenswerte Entwicklung und erreichte im Laufe der Zeit ein hohes künstlerisches Niveau.
Besonders der Meşk-Stil, bekannt für seine schnelle Schreibweise und runde Form, fand im Alltag intensiven Einsatz und erlebte während der Umayyaden-Dynastie in Damaskus bedeutende Fortschritte. In der Abbasiden-Zeit führte die Blüte von wissenschaftlichen und kulturellen Aktivitäten in Bagdad zu einer Weiterentwicklung dieser Schriftarten.
Am Ende des achten Jahrhunderts legte Ibn Mukle die grundlegenden Regeln für das Schreiben fest. Zu Beginn des neunten Jahrhunderts setzte Ibn-ul Bevvab diese Entwicklungen in einem neuen Stil fort. Im dreizehnten Jahrhundert identifizierte Yakut al-Mustahsimi die sechs bekanntesten Schriftarten (Aklam-ı Sitte) in ihrer ausgereiftesten Form und verlieh ihnen durch schräges Schneiden der Stiftspitze eine ästhetischere Note.
Nach dem Tod von Yakut verbreiteten sich die Aklam-ı Sitte-Schriftarten nach Ägypten, Syrien, Iran und Anatolien. Besonders während des Osmanischen Reiches trugen Künstler wie Şeyh Hamdullah, Hafız Osman und Mustafa Rakım zur Schaffung eines reichen kulturellen Erbes bei, sodass die Hüsn-i Hat zu einer hochgeschätzten Kunstform wurde, die bis heute fortbesteht.
Wieviele Schriftarten hat Hüsn-i Hat?
Die Aklam-ı Sitte umfasst sechs Hauptschriftarten: Sülüs, Nesih, Muhakkak, Reyhani, Tevki und Rik'a. Darüber hinaus gibt es weitere bedeutende Schriftarten, die ebenfalls zur Hüsn-i Hat gehören, darunter Ta'lik, Nesta'lik, Divani, Cel-i Divani, Rik'a und Siyakat.
Überliefert von Hz. Ali heißt es: „Schöne Schrift liegt im Unterricht des Lehrers verborgen. Ihre Vollkommenheit erreicht man durch viel Schreiben, und das Fortbestehen geschieht im Einklang mit dem Islam." Der wichtigste Schritt zur Ausübung dieser Kunst ist das Lernen von einem qualifizierten Lehrer, wodurch eine Bildungsreise in Form einer Lehrer-Schüler-Beziehung beginnt.
Welche Materialien werden verwendet?
Da Hüsn-i Hat eine Schreibkunst ist, basieren die grundlegenden Materialien auf einem Stift, Papier und Tinte. Für das Schreiben werden speziell bearbeitete Schilfrohr- und Bambusstifte verwendet. Bei größeren Schriftzügen, bekannt als Cel-i, kommen Stifte aus bestimmten Holzarten zum Einsatz. Um die Spitzen der Schilfrohrstifte für das Schreiben vorzubereiten, benötigt man ein Werkzeug namens Makta, das aus Knochen gefertigt ist, sowie ein Messer als Anspitzer.
Traditionell wird Rußtinte verwendet, doch in jüngerer Zeit finden auch Acrylfarben Anwendung. Tinte wird in Tintenfässern aus Glas, Kunststoff oder Keramik aufbewahrt und genutzt. Papier spielt ebenfalls eine zentrale Rolle in der Hat-Kunst; es wird durch verschiedene Verfahren gefärbt und anschließend mit Appretur und Versiegelung bearbeitet, um es einsatzbereit zu machen. Neben diesen Hauptmaterialien gibt es zahlreiche Hilfsmittel, die den Schreibprozess unterstützen.

Kurs Tage: Mittwoch
Kurs Zeit: 15:00-18:00
(Online Teilnahme möglich):
Adresse: Colonia Allee 3, 51067 Köln
